Zutaten für Gewitter

  • Die Zutaten für Gewitter sind Feuchte, Hebung, Labilität..
    > Eine leicht geschriebene Einführung in die Vorhersage von Gewittern. ( Für Anfänger ) <

    Gewittervorhersage ( Grundlagen ).

    1) Zutaten für Gewitter

    • Feuchte
    • Hebung
    • Labilität




    Jede Gewitterzelle, egal wo auf der Welt sie entsteht braucht im Allgemeinen 3 Zutaten:

    1. Feuchte ( Taupunkte, 700hpa Feuchtekarten, Soundings, Vertikalschnitte )

    Die Feuchte einer Luftmasse gibt an, wie hoch der Wassergehalt in einem Luftpaket ist. Bei 100% Feuchte kondensiert die Luft. Man sagt die Luft ist „gesättigt“, da sie nicht mehr Wasser aufnehmen kann.
    Feuchte wird in Prozent angegeben, allerdings kann man zur Bestimmung der Feuchte auch die Taupunkte verwenden. Der Taupunkt gibt an, ab welcher Temperatur 100% Feuchte herrschen würde.
    Es gilt: Temperatur und Taupunkt gleich – 100% Luftfeuchte.
    Die Differenz zwischen Temperatur und Taupunkt wird in der Fachsprache auch „Spread“ genannt.
    Je kleiner der „Spread“, desto höher ist die Luftfeuchte.

    2. Hebung ( Tröge, Konvergenzlinien, Fronten, Gebirge etc. )

    Hebung wird benötigt um ein Luftpaket aus einer bestimmen Schicht zu heben, damit es kondensieren- und somit Wolken bilden kann. Hebung kommt am häufigsten an Fronten, wie z.B. Warm- oder Kaltfronten vor. Es gibt jedoch noch viele andere Hebungsursprünge.
    So entsteht bei sommerlichen Gewitterlagen auch häufig an Konvergenzen ( Winde aus unterschiedlichen Richtungen prallen zusammen ) Hebung. Auch am Gebirge ist Hebung möglich, denn die Berge stellen ein Hindernis für Luftmassen dar, wodurch diese zum Aufsteigen gezwungen sind.

    3. Labilität ( Delta T, Theta-E, Cape, Lifted Index, KO-Index, Laps Rates, Soundings )

    Unter Labilität versteht man, dass die Luft mit zunehmender Höhe stärker abkühlt, als ein Luftpaket, welches latente Wärme freisetzt. Zunächst muss man verstehen, wie sich ein Luftpaket, welches gehoben wurde verhält. (siehe Grafik)



    Nehmen wir an ein äußerer Einfluss, wie zum Beispiel eine Kaltfront hebt ein Luftpaket vom Boden aus. Dieses hat die Ausgangstemperatur von 24°C bei einem Taupunkt von 21°C. Das Luftpaket steigt auf, zunächst ohne Wolken zu bilden. Dabei kühlt es sich immer um 1°C pro 100m ab. Die Umgebungsluft kühlt sich jedoch viel schneller ab, als das erwärmte Luftpaket ( im Beispiel um 1,5 °C ) . Da das Luftpaket wärmer ist besitzt es eine niedrigere Dichte, als die kältere Luft. Dadurch steigt es auf, da warme Luft bekanntlich aufsteigt. Nach etwa 200 Metern erreicht die Umgebungsluft die Temperatur des Taupunktes vom Luftpaket (21°C). An dieser Stelle beginnt das Luftpaket Wolken zu bilden ( zu kondensieren ). Nun setzt es latente Wärme frei und kühlt sich dadurch nun nur um 0,6°C pro 100m ab. Solange das Luftpaket wärmer, als die Umgebung ist steigt es auf diesem Niveau immer weiter nach oben. Man sagt die Luftschicht ist labil, da Luftpakete aufsteigen können.
    Je größer der Unterschied zwischen Luftpaket und Umgebungsluft ist, desto labiler/stabiler ist die Luftmasse. Ist das Luftpaket kälter, als die Umgebungsluft wird es ohne weitere Hebung absinken und keine hochreichenden Wolken bilden. Man sagt die Luft ist stabil geschichtet.

    (c) Marcel Bomba

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