Einzelzellengewitter

  • Bei der Einzelzelle handelt es sich um eine einzelne Gewitterzelle. Es ist die kleinstmögliche abgeschlossene Form, in der ein Gewitter auftreten kann. Ihre Lebensdauer beträgt zwischen 30 Minuten und einer Stunde. Sie entsteht bei schwacher Windscherung, das heißt, wenn der Wind mit der Höhe nur unwesentlich zunimmt.
    Lebenszyklus einer Gewitterzelle


    Die Einzelzelle durchläuft drei Stadien:


    Wachstumsstadium: In dieser Phase existiert nur ein Aufwind. Dieser wird durch die Freisetzung von Labilitätsenergie erzeugt. Zuerst bildet sich ein Cumulus congestus. Wenn die Wolke in den oberen Teilen vereist, entsteht ein Cumulonimbus, die eigentliche Gewitterwolke. Noch sind keine Abwinde vorhanden und es fällt kein Niederschlag aus der Wolke. Es können aber in seltenen Fällen schwache Tornados auftreten.


    Reifestadium: In dieser Phase existieren sowohl Aufwinde als auch Abwinde. Der Abwind bildet sich durch fallenden Niederschlag, der kalte Luft aus höheren Schichten nach unten transportiert. Aufgrund schwacher Windscherung können sich Auf- und Abwind nicht voneinander trennen. Der Niederschlag fällt auch in den Aufwind zurück und schwächt diesen damit ab. Am Boden setzt Niederschlag in Form von Regen,Graupel oder kleinem Hagel ein. Anfangs können noch schwache Tornados auftreten. Meistens ist die Niederschlagsintensität zu Beginn der Reifephase am höchsten. Am Boden treten vereinzelt Böen auf. Fast alle Blitze treten während dieser Phase auf.


    Zerfalls- oder Auflösungsstadium:In dieser Phase existiert nur noch ein Abwind. Die Zelle regnet aus. Die Cumulonimbuswolke löst sich auf. Der vereiste Wolkenschirm (Cirrus oder Cirrostratus cumulonimbogenitus) kann aber noch über längere Zeit bestehen bleiben.


    Impulsgewitter:Eine Sonderform der Einzelzelle ist ein Impulsgewitter, das dann auftritt, wenn viel Labilitätsenergie bei geringer Windscherung vorhanden ist. Ein Impulsgewitter ist kräftiger als eine gewöhnliche Einzelzelle und kann schwache Tornados, kräftige Fallböen (Downburtst) und Hagel verursachen.Isolierte Einzelzellen sind selten. Meistens treten mehrere Gewitterzellen nebeneinander auf, so genannte Multizellengewitter.Einzellzell-Gewitter werden oft auch Luftmassengewitter oder Wärmegewitter genannt. Diese Gewitterart entsteht zumeist bei Wetterlagen in einheitlicher Luftmasse, was bedeutet, das kein Luftmassenaustausch statt findet. Kurzum gesagt sind keine Wetterfronten für die Entstehung verantwortlich. Auch wenn andere Gewitterarten in ihren Grundbaustein die selbe Art bei der Entwicklung der Einzellzelle beginnen entwickeln sich diese Jedoch weiter zu größeren System wie Clustern. Dazu im entsprechenden Thema mehr.


    Bildbeispiel: Einer Einzelzelle:


    2.792 mal gelesen