Die Achterbahnfahrt des Aprils in der nächsten Woche

    Der Frühsommer kommt kurz und schmerzlos

    Nach einem leichten Dämpfer heute, zieht über die Nacht eine weitere Welle, welche sich inzwischen zu einem schwachen Sturmtief mit Namen "Stefan" gemausert hat über die Nordsee und beeinflusst mit seinem Sturmfeld und Frontensystemen zur Mitternacht den Norden und bis morgen Mittag auch den Alpenraum. Beim Blick über den Tellerrand fällt ein ausgeprägter Langwellentrog mit mehreren eingelagerten Bodenzyklonen über dem Atlantik auf und ein stark ampflizierter Höhentrog über den Azoren, welcher sich mit einem Cut-off Prozess bereits von der übrigen Frontalzone verabschiedet.
    Seine Wetterwirksamkeit bleibt jedoch noch stark genug um die bei uns folgende Wetterlage entscheidend zu prägen!

    Zurück nach Mitteleuropa:
    Nach Durchzug von Stefan kann sich über dem westlichen Ärmelkanal bereits ein neues Zwischenhoch etablieren, welches den Montag für uns zunächst noch kühl gestaltet.
    Zwischen den beiden erwähnten Druckkörpern kann sich bodennah eine konfluente Windzone mit einem starken nordwestlichen Bodenwind etablieren, der die Kaltluftadvektion nach der Kaltfront noch etwas verstärkt und die Grenzschichttemperaturen ( etwa 1500m ) auf Werte unter 0°C, örtlich auch bis -5°C fallen lässt. Die trockene und kalte Höhenluft subpolaren Ursprungs verspricht zwar sonniges Wetter, doch wird es selbst mit voller Einstrahlung wahrscheinlich nur für Werte unter 15°C reichen. Am wahrscheinlichsten sind Werte knapp über 15°C noch im südlichen Deutschland, wo zwar noch die schwächelnde Front von Stefan hängt, jedoch bereits von Hochdruck unterlaufen wird, sodass etwas Sonne in den Warmluftresten noch für Frühling reichen sollte.

    Das weiter oben erwähnte Cut-Off Tief über den Azoren verlagert sich zum Dienstag dann in das westliche Seegebiet der iberischen Halbinsel und lässt auch den aus WA vorderseitig resultierenden Hochkeil weiter ostwärts schwenken, sodass sich Mitteleuropa Dienstag bereits relativ Achsennah wiederfindet. Das Bodenhoch verlagert sich dabei sogar schon in den östlichen Alpenraum, sodass wir rasch schonwieder auf die warme Seite der Frontalzone geraten. Mit zyklonaler WA wird bei W-WSW Wind schonwieder deutlich wärmere Luft bei gleichzeitigem Absinken im Hochdruck herangeführt, sodass bei T850hpa von 2 bis 7°C von Ost nach West bereits wieder Werte deutlich über 15°C wahrscheinlich sind. Nur die Gebiete im äußersten Osten und Südosten liegen noch leicht vorderseitig des Bodenhochs und könnten es zum Einen noch mit hohen Wolkenfeldern an der aufgleitenden Warmluft, zum anderen mit etwas kühleren Temperaturen zutun bekommen.
    Während im Großteil Deutschlands schonwieder die Frühlingssonne strahlt und 16 bis 21°C erreicht werden ( die gute Durchmischung tut ihr übriges ). Im Flusstal von Niederrhein und Oberrhein sind auch Werte bis 23°C durchaus möglich.

    Von Kanada schwenkt jedoch bereits ein recht zonal ausgerichteter Hochkeil nach Neufundland und stört unser Wetter damit entscheidend.
    Der Trend sieht daher nicht so erfreulich aus.
    Mittwoch sieht noch alles beim Alten aus, nur dass sich die WA noch etwas verstärkt und bei T850hpa von 5-10°C lokal mal die 25°C erreicht werden können. Besonders EZ lässt Optionen von bis zu 27°C am Oberrhein und auch verbreiteten 25 im restlichen Süden und örtlich im gesamten Land verteilt zu.

    Doch der Spaß ist nich von langer Dauer. Das bestätigen zumindest die meisten aktuellen Läufe. So entwickelt sich der Hochkeil vorderseitig der Frontalzone unter WA prächtig und steilt sogar etwas auf. Die Folge ist, dass sich die Kaltluft im Nordpolarmeer und Skandinavien deutlich verschärft und u.U. auch deutlich weiter nach Süden vorran kommen kann. Dies vor Allem, wenn sich wie von den Modellen derzeit angedeutet ein deutlich stärkerer Hochkeil über dem Östlichen Atlantik und Gb entwickelt, welcher mit seine meridionalen Ausrichtung große Temperatursprünge zuließe. Somit wäre am Donnerstag der äußerste Norden ( Ostfriesland - Rügen und nördlich davon ) dran und spätestens zum Freitag etwa die Hälfte Deutschlands sich von der Sommerwärme zu verabschieden.
    Da solche Sprünge nicht selten mit spannenden Wetterlagen verbunden sind, hier ein erster Hinweis auf eine mögliche Gewitter/Dauerregenlage am Donnerstag.



    Eine kleine Auswahl von aktuellen Modellläufen verbildlicht die Ausgangslage ziemlich gut:
    So kann sich am Übergang zur Kaltluft durch horizontale Temperaturgradienten an der Frontalzone eine ausgeprägte Luftmassengrenze entwickeln.
    Neueste Rechnungen zeigen an der wellenden Front einen Temperatursprung von 15K in 2m und 20K in den äquvi. potentiellen Temperaturen der 850hpa Schicht.
    Entsprechend muss mit markanten Hebungsvorgängen entlang der Front gerechnet werden und je nach Tagesgang wohl auch mit eingelagerten Gewittern. Aufgrund der derzeitigen Einigkeit folgt der erste Hinweis auf mögliches markantes Wetter. Genaueres dazu nächste Woche.
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    Es ist nicht wichtig dem Leben mehr Jahre zu geben, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.

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